Es gibt drei Stufen der Wahrnehmung zu einem Businessplan:
- Wozu brauche ich den?
- Dann mache ich ihn halt.
- Ah, deshalb ist er gut!
Wozu brauche ich den?
Wozu brauche ich einen Plan? Ich habe doch eine Idee. Und die Idee ist fantastisch. Ich bin überzeugt. Und meine Mutter findet die auch toll. Was soll da schief gehen?
Es ist jedenfalls kein schlechter Start, von der eigenen Idee überzeugt zu sein. Ein wenig mager ist es aber schon. Denn überlegen Sie mal: wie häufig war eine gute Idee allein auch ausreichend? Mir fällt kein Beispiel aus den letzten Jahren ein. Der Businessplan sorgt nun nicht zwangsläufig für eine nie-enden-wollende Erfolgsserie. Der Businessplan kann einen Gründer aber vorbereiten auf viele Eventualitäten.
Er hilft, die Idee anderen verständlich zu machen. Er regt an, seine Finanzplanung genau zu überdenken. Er zwingt dazu (gerade bei Technologieunternehmungen wichtig), sich mit Marketing und Pressearbeit auseinander zu setzen.
Dann mache ich den halt
Für manche ist der Businessplan einfach nur ein Hilfsmittel, um Finanzmittel einzuwerben. Sei es der Gründungszuschuss, Venture Capital oder auch ein Bankkredit. Natürlich ist all dies durchaus ein mögliches Ziel bei der Erstellung eines Businessplans. Es fehlt aber der persönliche Erkenntnisgewinn.
Natürlich ist der Businessplan auch ein Kommunikationsmedium nach außen. Er sollte aber vor allem den Gründern ein Hilfsmittel sein. Eine ehrliche Einschätzung der Lage, eine genaue Wegbeschreibung. Was ist die Idee? Was ist der Markt? Wie ist die Finanzierung? Wie vermarkte ich die Idee? Wie organisiere ich mich und strukturiere das Unternehmen?
Ah, deshalb ist er gut
Der Businessplan hilft, die eigenen Gedanken zu sortieren. Sich selbst zu prüfen und auch vorab die Idee an anderen zu testen. Im späteren Verlauf ist der Plan ein Benchmark, den man immer wieder als Anhaltspunkt nehmen sollte, um festzustellen, wo man steht.
Er darf nicht zum Papier gewordenen Slashdot-Witz verkommen:
- Businessplan
- ???
- Profit!
Wie jeder Plan hält auch dieser eben nur bis zum ersten Feindkontakt (und wieder einmal bin ich fasziniert, wie schnell gerade im agilen Umfeld militärische Erkenntnisse zitiert werden). Das bedeutet aber eben nicht, dass man ihn ganz verlassen sollte.
Wichtig ist der Kompromiss: man vergleicht regelmäßig (monatlich?) den aktuellen Stand gegenüber dem Plan. Alle drei oder sechs Monate passt man den Plan der Wirklichkeit an.
Woraus besteht nun ein Businessplan?
Ein Businessplan gliedert sich im Groben wie folgt:
- Executive Summary
- Beschreibung des Produkts oder der Dienstleistung
- Branche / Markt
- Marketing und Vertrieb
- Organisation
- Ablaufplan
- Chancen und Risiken
- 3 Jahresplanung (Personal, Finanzen)
- Finanzbedarf
In späteren Runden gehe ich auf die einzelnen Punkte im Detail ein. Weitergehende Informationen gibt es schon jetzt bei start2grow, NUK, MBPW. Aus eigenen Erfahrungen kann ich auch Businessplanwettbewerbe empfehlen. Hier erhält man Feedback, viele wichtige Tipps und der Zeitplan setzt einen unter Druck, wirklich ein komplettes Dokument zu fertigen. Der Nachteil ist, dass je nach Wettbewerb unterschiedliche Gliederungen und Inhalte gefordert werden. Meine Empfehlung wäre es daher, sich an den Vorgaben zu orientieren, sich aber darauf zu konzentrieren, für sich selbst eine klare Vorstellung über die Umsetzung der Idee zu entwickeln.
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